FAQ – Häufig gestellte Fragen

Manche Fragen werden uns häufiger gestellt. Wir haben diese nach vier Themenbereichen sortiert und liefern Ihnen die Antworten.

Was bedeutet s_inn?

Die Abkürzung „s_inn“ steht für den Begriff „soziale Innovation“ und damit für ein zentrales Ziel unseres Transfernetzwerkes: Mit unseren Aktivitäten möchten wir Veränderungen fördern, durch die sich die Lebenssituation und Teilhabe von Menschen verbessern. Neue Ideen, Lösungsansätze und Projekte sollen insofern einen Beitrag zu der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten.  

Was ist die Agentur?

Die Agentur arbeitet in Köln und Bochum und vermittelt auf unterschiedliche Weise zwischen beiden Hochschulen und der Gesellschaft. Die Agentur informiert Menschen außerhalb der Hochschule über die Themen, mit denen sich die Wissenschaftler_innen und das Transfernetzwerk beschäftigen. Durch Austausch mit Akteur_innen aus Sozial-/Gesundheitswirtschaft, Bildung, Kultur, Kirche, Politik und Zivilgesellschaft greift sie aber auch weitere aktuelle Fragen auf, die dann in die Arbeit des Transfernetzwerks einfließen. Die Agentur unterstützt zudem bei Projekten, Veranstaltungen sowie bei der Beteiligung von Bürger_innen, die bisher wenig Kontakt zu unseren Hochschulen hatten.

Was ist ein Innovation-Lab?

Innovation-Labs gibt es in verschiedenen Bereichen – beispielsweise in Unternehmen – schon etwas länger. In solchen Innovation-Labs (oder: Innovations-Laboren) sollen Ideen entwickelt und erprobt werden können, für die in den vorhandenen Arbeitsstrukturen nicht genügend Zeit ist. Deshalb werden Innovation-Labs häufiger auch als Experimentierräume bezeichnet.  

Eine ähnliche Rolle spielen die Innovation-Labs unseres Transfernetzwerks, die an allen fünf Standorten von s_inn – Aachen, Bochum, Köln, Münster und Paderborn – vorhanden sind. Sie unterstützen dort mit vielfältigen Aktivitäten  die Zusammenarbeit zwischen ‚ihrer‘ Hochschule und Partner_innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (Sozialwirtschaft, Kultur-/Bildungseinrichtungen, Quartiersinitiativen etc.). Dabei gestalten die Mitarbeitenden gerade auch neue Formen des Wissens- und Ideenaustauschs, um Innovationsprozesse anzustoßen.

Was ist ein Pilotprojekt?

In den Pilotprojekten werden konkrete Lösungsansätze oder Angebote entwickelt und erprobt, die sich an den Bedarfen unterschiedlicher Zielgruppen – etwa Menschen mit Fluchtgeschichte oder älterer Menschen – orientieren. Gemeinsames Anliegen der Pilotprojekte sind positive Veränderungen für die Lebenssituation und Teilhabe der jeweiligen Adressat_innen. Die Laufzeit der Pilotprojekte ist zunächst bis Ende 2022 begrenzt. Ziel ist es aber, zu nachhaltigen Veränderungen beizutragen und erfolgreiche Ansätze weiterzuführen.

Was bedeutet SoWiLa?

„SoWiLa“ steht für das Pilotprojekt Sozial-Wissenschaftsladen“. Der Sozial-Wissenschaftsladen möchte Menschen und Organisationen  einen Zugang zu Forschung ermöglichen, die bisher kaum Kontakt zu Hochschulen hatten. Diese können sich an die Mitarbeitenden des „SoWiLa“ wenden, wenn sie ein Anliegen zum Thema gesellschaftliche Teilhabe und Ausgrenzung haben, das wissenschaftlich bearbeitet werden soll. Sie können hier ihre Anfragen, Ideen und Erfahrungen für Forschungsprojekte einbringen. 

Was bedeutet FIGEST?

„FIGEST“ steht für das Pilotprojekt „First Generation Studierende begleiten: Teilhabe durch Kompetenzstärkung“. Das Pilotprojekt möchte junge Menschen aus nichtakademischen Elternhäusern – mit und ohne Migrationsgeschichte – bei wichtigen Entscheidungen wie der Studien- und späteren Berufswahl, aber auch bei Schwierigkeiten während ihres Studiums unterstützend begleiten. Dadurch sollen sogenannte Studienpionier_innen ihre Entwicklungspotentiale besser – oder gezielter – entfalten können. 

Was bedeutet UBIF?

„UBIF“ steht für das Pilotprojekt „Unabhängige Beschwerde- und Informationsstelle Flucht“. Die Stelle richtet sich an geflüchtete Menschen sowie Haupt- und  Ehrenamtliche in Bochum, die mit Geflüchteten arbeiten. Diese können sich mit unterschiedlichen Beschwerden – etwa in Bezug auf die Gesundheitsversorgung oder Probleme mit Behörden – an die „UBIF“ wenden. Die Mitarbeitenden suchen dann gemeinsam mit ihnen nach individuellen Lösungen. 

Was machen Versorgungsbrücken?

„Versorgungsbrücken“ sollen Übergänge zwischen den Angeboten ambulanter und (teil-)stationärer Versorgung für ältere und alte Menschen schaffen und damit vorhandene „Lücken“ in deren Unterstützung schließen. Dieses Ziel wird in dem Pilotprojekt „Versorgungsbrücken statt Versorgungslücken"  verfolgt. Neben der Verbesserung und Intensivierung bestehender Hilfestrukturen sollen auch innovative Angebote, z.B. im seelsorglich-spirituellen Bereich, entwickelt werden.

Was bedeutet BeWEGt?

„BeWEGt“ steht für das Pilotprojekt „Wegbegleitende Beratung von Familien mit Kindern mit Beeinträchtigungen". Da viele der betroffenen Eltern auf der Suche nach verlässlicher Beratung und Unterstützung an ihre Grenzen stoßen, möchte das Projekt die bestehenden Angebote passend weiterentwickeln. Dabei arbeitet „BeWEGt“ mit verschiedenen Netzwerkpartnern, aber gerade auch mit den Familien zusammen.

Transfer?

Transfer meint einen wechselseitigen Austausch zwischen unseren Hochschulen und der Gesellschaft. Die Idee dahinter ist, dass Forschung und Lehre in einem engen Bezug zu gesellschaftlichen Fragestellungen und den Bedarfen unterschiedlicher Zielgruppen – in unserem Fall etwa Mitarbeitenden und Adressat_innen des Sozial- und Gesundheitswesens – stehen.

Die Aktivitäten der Hochschulen und des Transfernetzwerks finden daher nicht ‚unter Ausschluss der Öffentlichkeit‘ statt. Stattdessen soll auf verschiedenen Wegen sichtbar werden, welche Bedeutung Themen aus Forschung und Lehre etwa für die Praxis sozialer Arbeit oder mit Blick auf (sozial-)politische Diskussionen haben. Hierzu dienen beispielsweise Fachtage, aber ebenso öffentliche Vortragsreihen oder Aktionstage, die sich an ein breiteres Publikum richten.

Die Akteur_innen aus Praxis und Gesellschaft haben dabei nicht die Rolle passiver Empfänger_innen von Forschungsergebnissen oder Handlungsempfehlungen. Wir gehen vielmehr von einem Austausch ‚auf Augenhöhe‘ aus. Das bedeutet, dass die Erfahrungen und das Wissen von Menschen außerhalb der Hochschule anerkannt und in die Entwicklung von Forschungsfragen, Projekten oder neuen Problemlösungen einbezogen werden. Gelingender Transfer wird insofern auch als ein Prozess des gegenseitigen Lernens verstanden.   

sozialen Innovationen?

Innovationen werden häufiger mit technischen Neuerungen gleichgesetzt – denken wir nur an Schlagworte wie „Hightech made in Germany“ oder das innovationspolitische Ziel, „Schlüsseltechnologien“ zu fördern.

Soziale Innovationen sind hingegen Veränderungen von Haltungen, Einstellungen und sozialen Praktiken, durch die neue Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen gefunden werden. Im Verständnis unseres Transfernetzwerks sollen soziale Innovationen vor allem zu einer gleichberechtigten und selbstbestimmten Teilhabe beitragen.

Doch was umfassen soziale Innovationen und wo sind sie zu finden? Es kann sich um neue Dienstleistungsangebote oder um Veränderungen der Strukturen im Sozial- und Gesundheitswesen handeln. Beispiele wären etwa die Weiterentwicklung des Hilfesystems für sogenannte „Care Leaver“, die aus der stationären Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben wechseln, oder innovative Beratungsformen für wohnungslose Menschen. Gemeint sind aber auch neue Lösungsansätze, die von engagierten Bürger_innen oder ‚Betroffenen‘ entwickelt werden.

Partizipation?

Partizipation spielt in verschiedenen Feldern eine wichtige Rolle, so etwa in der Kommunalpolitik und nicht zuletzt auch in der Sozialen Arbeit. Partizipative Ansätze folgen dort der Zielsetzung, Bewohner_innen einer Stadt oder Klient_innen ‚eine Stimme zu geben‘ und sie an Planungs-/Entscheidungsprozessen zu beteiligen, die sie selbst betreffen.

Was bedeutet Partizipation nun übertragen auf unser Transfernetzwerk? Wir möchten an unseren Hochschulen dazu beitragen, dass sich ‚Nicht-Wissenschaftler_innen‘ noch stärker als bisher an Diskussionen und an der (Weiter-)Entwicklung innovativer Lösungsansätze beteiligen können. Neben Fachkräften aus der Praxis sind dabei gerade auch Bürger_innen gemeint, die selbst von Ausgrenzungsrisiken ‚betroffen‘ sind. Ihre verbesserte Teilhabe soll insofern nicht erst das Ergebnis, sondern schon Teil von Innovationsprozessen sein. Vereinfacht formuliert soll nicht über sie, sondern mit ihnen über ihre Bedarfe und Verbesserungsvorschläge gesprochen werden.        

Dies ist etwa in partizipativen Veranstaltungsformaten möglich, in denen die Teilnehmenden Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln. Wichtig für die Umsetzung von Partizipation sind zudem die Pilotprojekte des Transfernetzwerks: Die jeweiligen Zielgruppen werden dort nicht allein als Nutzer_innen neuer Beratungs-/Unterstützungsangebote einbezogen. Als Expert_innen in eigener Sache sollen sie vielmehr auch an deren Konzeption, Bewertung oder Umsetzung beteiligt werden.

Wer kann wie mit s_inn zusammenarbeiten?

Wir möchten den Wissens- und Ideenaustausch mit Menschen außerhalb der Hochschule weiter vertiefen. An uns können sich Vertreter_innen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft genauso wie Bürger_innen wenden, die sich für unsere Themen interessieren.

Die Zusammenarbeit mit s_inn kann dabei ganz unterschiedlich aussehen: Es können etwa Ideen für Fachveranstaltungen oder für Projekte eingebracht werden, die von Wissenschaftler_innen unserer Hochschulen begleitet werden sollen. Wir können diese Ideen gemeinsam mit Ihnen weiterentwickeln, Kontakte zu ‚passenden‘ Lehrenden herstellen und bei der Organisation unterstützen.         

Sie können sich aber ebenso als Besucher_in unterschiedlicher Veranstaltungen beteiligen, die von uns zu aktuellen Themen angeboten werden. Diese finden in der Hochschule, in Kultur- und Bildungseinrichtungen, aber auch direkt ‚vor Ort‘ – etwa im Quartier – statt. Wir würden uns freuen, dort mehr über Ihre Einschätzungen, persönlichen Bedarfe oder Veränderungsvorschläge zu erfahren.  

Wie kann ich mit s_inn Kontakt aufnehmen?

Wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen wollen, nutzen Sie gerne das Kontaktformular  oder schreiben Sie die Mitarbeitenden der Agentur, der Innovation-Labs oder der Pilotprojekte direkt an. 

Was ist das Besondere an den Erklärvideos bei s_inn?

Die Erklärvideos sollen jeder Person einen möglichst barrierefreien Zugang zu Informationen und Wissen ermöglichen. Unser Ziel ist es, die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und Ausgrenzungsrisiken zu unterstützen. Zusätzlich sollen durch die Erklärvideos die Tätigkeiten in der Sozialen Arbeit und im Gesundheitswesen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Beispiele für Erklärvideos finden sie hier