Aktuelles

Corona trifft die Armen hart

Wer sich in finanzieller Not befindet, hat weniger Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren, hat mehr Stress und kämpft öfter mit schlechten Wohnverhältnissen. Die Corona-Pandemie macht wieder einmal deutlich, wie sehr sich prekäre Lebensumstände auf die Gesundheit auswirken können. Beim dritten Treffen von Menschen mit Armutserfahrungen, veranstaltet von der Freien Wohlfahrtspflege NRW am 02. Juli 2020, kamen in Köln Betroffene mit Gesundheits- und Politikexperten ins Gespräch. Der Sozial-Wissenschaftsladen war dabei.

Die ausführliche Meldung über die Veranstaltung finden Sie hier

Veröffentlichung des Thesispreises 2019 – "Einsatz von VR-Technologien in der Senior*innenarbeit"

Milena Feldmann veröffentlicht den 5. Band der Reihe "Thesispreis" des Fachbereichs Sozialwesen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW), Abteilung Köln. Die Arbeit wurde eng durch den Sozial-Wissenschaftsladen Köln begleitet.

Mit ihrer Untersuchung des Einsatzes von Virtual-Reality-Technologie in der Senior_innenarbeit greift Milena Feldmann ein Thema auf, das die Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit gleichermaßen herausfordert. Das Forschungsvorhaben wurde eng durch den Sozial-Wissenschaftsladen der KatHO NRW, Abteilung Köln begleitet und ausgehend vom Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln realisiert. In engem Austausch mit den Praxisvertreter_innen sowie Prof.‘in Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen wurde die Forschungsfrage gemeinsam erarbeitet. Zudem stellte Frau Feldmann die Forschungsergebnisse in der Praxis zur Diskussion. Somit wird in dieser Bachelor-Thesis der Theorie-Praxis-Transfer auf vorbildliche Weise realisiert. Die Arbeit wurde mit dem Thesispreis 2019 des Fachbereichs Sozialwesen an der KatHO NRW, Abteilung Köln, ausgezeichnet. Wir haben Milena Feldmann zu ihrer Veröffentlichung befragt.

Wenn Kinder und Jugendliche Hilfesysteme „sprengen“

Was tun bei sogenannten „Systemsprengern“? Welche Angebote und hilfreichen Ansätze gibt es? Mehrere Praxisvertreter_innen der stationären Hilfen zur Erziehung haben sich diese Fragen gestellt. Bachelorstudentin Juliana Berth hat sich in ihrer Abschlussarbeit diesen Fragen gewidmet – die Ergebnisse liegen nun vor.

Unter „Systemsprenger“ versteht man Kinder und Jugendliche, die Erziehungshilfemaßnahmen und andere Gesellschaftssysteme vor allem durch massive Verhaltensstörungen „sprengen“ und dadurch mehrere Einrichtungswechsel und Abbrüche erleben. Das ist ein komplexes Phänomen – schwierige Umfeldbedingungen und eine Vielzahl an Belastungen spielen hier eine Rolle.

Immer wieder stehen Fachkräfte vor der Herausforderung, einen geeigneten und professionellen Umgang mit „Systemsprengern“ zu finden. Juliana Berth zeigt in ihrer Abschlussarbeit, dass für die Gestaltung hilfreicher Hilfeprozesse viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Vor allem Angebote, die flexibel, individuell, passgenau und nach dem Bedarf des Einzelfalls konzipiert sind, machen einen gelingenden Hilfeprozess aus. Dabei identifiziert sie Individualpädagogische Maßnahmen nach §35 SGB VIII als besonders passende Hilfeform für „Systemsprenger“.

Individualpädagogische Maßnahmen richten sich an Kinder und Jugendliche, für die andere Angeboten der erzieherischen Hilfen „gescheitert“ sind. Sie bieten unter Einbeziehung der jeweiligen Biografien, Lebensumstände und Ressourcen, individuelle Hilfen an. Ihre Recherche ergibt, dass insgesamt bundesweit 79 Einrichtungen Mitglieder der Verbände AIM und be sind. Die AIM(Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik e.V.) und der be (Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V.) sind Zusammenschlüsse von Trägern, Einrichtungen, Initiativen und Privatpersonen mit individualpädagogischer Ausrichtung. Berths Fazit: Individualpädagogische Angebote müssten noch weiter ausgebaut und bundesweit flächendeckend verbreitet werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der dazugehörigen Posterpräsentation.

Wirkung messen – aber wie?

Höhere Chancengleichheit für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte: Die Masterstudentin Hannah Grau erarbeitet im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ein Wirkungsmodell für das Botschafter_innenprojekt von Coach e.V.

Im Botschafter_innen-Projekt von Coach e.V. engagieren sich Jugendliche und junge Erwachsene, die sich intensiv mit verschiedenen Themen aus ihrer Lebenswelt als Schüler_innen, sowie der Politik- und Demokratiebildung beschäftigen. Innerhalb dieses Projektes finden regelmäßige Treffen und Events mit Politiker_innen, Aktivist_innen, Zeitzeug_innen zu verschiedenen Fragestellungen statt. Die Teilnehmer_innen lernen bildungs- und oder sozialbedingte Ungleichheiten abzubauen, eigene Diskriminierungserfahrungen zu reflektieren und Handlungsfähigkeit für partizipative Prozesse zu erlangen.

Doch wie kann die Wirkung des Projekts gemessen werden?

Anfang des Jahres wendete sich Coach e.V. mit dieser Frage an den Sozial-Wissenschaftsladen. Nach kurzer Zeit erklärte sich die Studentin Hannah Grau bereit, die Anfrage in ihrer Masterthesis zu bearbeiten. Die Abschlussarbeit setzte sich dementsprechend mit dem Thema „Wirkungsorientierung in der Sozialen Arbeit“ auseinander. Ausgehend von den Zielen des Projekts entwickelte Hannah Grau gemeinsam mit den Mitarbeiter_innen des Botschafter_innenprojekts ein Wirkungsmodell. Die entwickelten Indikatoren werden nun von Coach e.V. für die Projektevaluation genutzt. Die Ergebnisse der Arbeit werden zeitnah in Form eines Posters veröffentlicht.

 

Anspruch und Wirklichkeit beim Seiteneinstieg von jungen Geflüchteten in den Beruf

Die Integration in den Arbeitsmarkt ist eine wichtige Herausforderung für die gesellschaftliche Teilhabe von jungen Geflüchteten. Junge Geflüchtete werden dabei von den Jugendmigrationsdiensten begleitet und unterstützt. Doch was sind eigentlich Faktoren für einen erfolgreichen Seiteneinstieg? Dieser Frage haben sich Studierende das Masterstudiengangs „Forschung und Innovation“ gemeinsam mit Partner_innen aus der Praxis in einem Forschungsprojekt gewidmet. Der Sozial-Wissenschaftsladen hat das Projekt begleitet.

Neben der Politik bemühen sich auch viele Unternehmen und Wirtschaftsverbände um die Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Allerdings sind auch weiterhin viele Ausbildungsplätze nicht besetzt. Das ist auch durch fehlende Vorbildung und Kompetenzen junger Migrant_innen zu erklären.

Dieser Problemstellung widmen sich in Deutschland vor allem die Jugendmigrationsdienste. Sie beraten und begleiten jugendliche Migrant_innen bei ihrem Einstieg ins Berufsleben oder in das deutsche (Aus-)Bildungssystem. Dabei wird auch das Case Management-Verfahren eingesetzt. Case-Management ist eine Methode der Einzelfallhilfe in der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, bedarfsgerecht und auf den Einzelfall zugeschnittene Hilfeleistungen zu erbringen.

 

Was ist ein Seiteneinstieg?

Als Seiteneinstieg wird die Tatsache verstanden, dass eine Person mit Fluchterfahrungen – die ihre Bildungsbiografie im Herkunftsland begonnen, aber noch nicht abgeschlossen hat – diese nach der Flucht im deutschen Bildungssystem fortsetzt. Bisher gibt jedoch nur wenig Forschung darüber, wie ein solcher Seiteneinstieg gelingen kann. Deswegen hat sich das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe an den Sozial-Wissenschaftsladen gewandt. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen und den Jugendmigrationsdiensten aus Köln (Caritas und Katholische Jugendagentur) und Umgebung (Diakonie Düsseldorf) wurde dieses Forschungsprojekt dann in die Wege geleitet. 

Dabei haben sich die Beteiligten folgende Fragen gestellt: Was führt zu einem erfolgreichen Seiteneinstieg von jungen Geflüchteten? Nehmen die Fachkräfte der Jugendmigrationsdienste den Seiteneinstieg anders wahr als ihre Klient_innen? Und schließlich – welche Vor- und Nachteile hat das Case-Management-Verfahren in der Beratung?

 

Erfolgreicher Seiteneinstieg ist von mehreren Faktoren abhängig

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass folgende Faktoren tatsächlich entscheidenden Einfluss auf den Erfolg beim Seiteneinstieg nehmen: 

Diese Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich junge Geflüchtete in das deutsche Ausbildungssystem beziehungsweise in den Arbeitsmarkt integrieren können. 

Für die Praxis lässt sich hieraus besonders die Relevanz von Deutschkenntnissen, Vorbildung und Praxiserfahrung für die erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von jungen Geflüchteten ableiten. Die Jugendmigrationsdienste müssen deswegen passgenaue Angebote schaffen.

 

Hohe Zufriedenheit mit der Beratung

Die Case Management-Methode wird von den Fachkräften allgemein positiv bewertet. Die Methode bietet durch die genauen Handlungs- und Zielvorgaben eine gute Strukturierung. Trotzdem gibt es in der Praxis auch Umsetzungsschwierigkeiten, da es eine zeitintensive Methode mit viel Bürokratie ist. 

Die Ergebnisse der Studie wurden im Mai den Partner_innen aus der Praxis vorgestellt und diskutiert. Aus der Diskussion sind viele Impulse und weiterführende Fragen entstanden. Diese Fragen werden in den kommenden Monaten an Studierende für Abschlussarbeiten vermittelt. Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartner_innen für die zuverlässige und fruchtbare Zusammenarbeit!

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie auf unserem Transferposter und in der Broschüre.

Mensch macht Rasse – und Rassismus

Rassismus-Erfahrungen der afrikanischen Diaspora in NRW

Farzana Mecklenbrauck hat für ihre Masterarbeit im Studiengang Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung (EvH RWL) mit dem Elternnetzwerk Integration miteinander e.V. kooperiert. Thema der Arbeit waren Rassismuserfahrungen von Mitgliedern verschiedener afrikanischer und afrodeutscher Communities. Hierzu wertete sie Interviews aus. Die Ergebnisse wurden Teil einer Studie, die das Elternnetzwerk veröffentlicht hat.

Diese Studie stellte Irina Toteva vom Elternnetzwerk beim Fachtag mensch.macht.rasse. am 13. Januar in Bochum vor. Sie ist eine der beiden Verantwortlichen des Projekts „Dialog Afrika – Vernetzung und Professionalisierung afrikanischer Migrantenselbstorganisationen in NRW“, in dessen Rahmen die Studie erschien. Ein zentrales Ergebnis der qualitativen Befragung ist, dass Mitglieder afrikanischer Communities nahezu täglich rassismusrelevante Diskriminierungen erfahren. Auch subtilen Alltagsrassismus erleben sie häufig. Dabei ist besonders schlimm, dass die Rassismusstrukturen nicht als solche erkennbar sind und somit auch nicht angesprochen oder besprochen werden können.

Das Forschungsposter der Masterarbeit finden Sie hier auf der Webseite im Projektarchiv unter dem Namen „Lebenssituation von Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund in NRW“.

Den Link zur Studie im Rahmen des Projekts „Dialog Afrika – Vernetzung und Professionalisierung afrikanischer Migrantenselbstorganisationen in NRW“ finden Sie hier.

Seminargruppe stellt Ergebnisse ihrer Befragung vor

Ende Oktober haben Studierende der Katholischen Hochschule, Abt. Köln unter Anleitung von Prof. Dr. Schönig Anwohnerinnen und Anwohner zu ihren Gedanken und Wünschen bezüglich des Kölner Ebertplatzes befragt. Die Ergebnisse haben sie nun in der AG „Partizipation“ des Bürgerzentrums Alte Feuerwache vorgestellt.

Eine aktivierende Befragung zielt darauf ab, Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils dabei zu unterstützen, sich für die eigenen Interessen zu organisieren, einzusetzen und zu solidarisieren. Die Befragung von Personen im Umfeld des Ebertplatzes sollte nähere Informationen zu Chancen und Problemen des Eberplatzes gewinnen. Dabei war die Hoffnung, durch einen derart niedrigschwelligen Ansatz einen Zugewinn an Informationen zu erhalten und Beteiligungsmöglichkeiten zu eröffnen, als dies bei dem Einsatz anderer Methoden möglich wäre. Die Studierenden befragten insgesamt 112 Personen im Villen-, Agnes- und Hansaviertel sowie am Eigelstein. Die Ergebnisse zeigten, dass die Befragten sich vor allem eine optische Verschönerung des Platzes wünschen. Während die Architektur und Atmosphäre des Platzes von vielen Befragten als negativ bewertet werden, spielt die Drogenkriminalität scheinbar eine geringere Rolle als medial dargestellt. Die Mehrheit der befragten Personen war nicht bereit an der Zukunft des Platzes mitzuwirken. Sie sehen sich nicht in der Verantwortung etwas zu verändern, sondern vertrauen auf den Staat sowie auf die an der Zwischennutzung beteiligten Akteure. Die Ergebnisse der Befragung wurden in der AG „Partizipation“ lebhaft diskutiert und sollen im weiteren Verlauf der Zwischennutzung für die weitere Planung genutzt werden.

Wie gründe ich ein PSZ?

Maike Katzewski, Studentin des Masterstudiengangs Management in sozialwirtschaftlichen und diakonischen Organisationen an der EvH RWL, trat Anfang Dezember eine besondere Reise an: Gemeinsam mit Jana Offergeld vom Sozial-Wissenschaftsladen und Dima Zito vom Psychosozialen Zentrum (PSZ) Düsseldorf ging es am 06.-07. Dezember 2019 nach Erlangen zum 13. Kongress des Dachverbands der transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im deutschsprachigen Raum e.V. (DTPPP).

Psychosoziale Zentren zur Versorgung besonders vulnerabler Geflüchteter

Aus einer Kooperation zwischen PSZ und Sozial-Wissenschaftsladen war die Masterarbeit von Maike Katzewski entstanden. Das PSZ Düsseldorf hat als eines der größeren und älteren Zentren Deutschlands über die Jahre immer wieder Neugründungen kleinerer PSZ in der Region unterstützt. Dieses Gründungswissen sollte systematisiert und dann auch weitergegeben werden. Dabei steht die Ausrichtung der psychosozialen Versorgung auf besonders vulnerable Geflüchtete im Vordergrund. In diesem Bereich gibt es nach wie vor große Lücken. Auf Anfrage des PSZ interviewten Maike Katzewski und Studierende des Seminars Projektmanagament unter Leitung von  Stefanie Kortekamp Expert*innen zur Frage: Was gilt es bei der Gründung eines PSZ zu beachten?

Handlungsempfehlungen für Gründungsprozesse

Unter dem Titel „Wie gründe ich ein PSZ?“ führten die drei Expertinnen nun einen Ergebnis-Workshop durch, der bei den Teilnehmenden auf großes Interesse stieß. Jana Offergeld erläuterte zunächst die Hintergründe des gemeinsamen Forschungsprojekts, bevor Dima Zito einen Input zu psychischen Erkrankungen und Behandlungsbedarf und -möglichkeiten bei Geflüchteten gab. Sie ging auch auf die Rolle der PSZ für die Situation geflüchteter Menschen ein. Abschließend präsentierte Maike Katzewski die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit. Dazu hatte sie Interviews mit PSZ-Mitarbeitenden geführt und auf Grundlage der Ergebnisse Handlungsempfehlungen erarbeitet. Diese Empfehlungen sollen bald als Leitfaden veröffentlicht werden.

Zweite Beiratssitzung des Sozial-Wissenschaftsladens

Ende November fand an der Evangelischen Hochschule R-W-L in Bochum die zweite Beiratssitzung des Sozial-Wissenschaftsladens statt. Der Beirat setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen, kirchlichen Wohlfahrtsverbänden, öffentlichen Behörden sowie einem Sozialforscher zusammen.

Zu Beginn wurden die abgeschlossenen und laufenden Anfragen des Sozial-Wissenschaftsladens dargestellt. Dabei wurden ausgewählte Projekte genauer vorgestellt und mit den Beiratsmitgliedern diskutiert. Zentrales Thema der zweiten Beiratssitzung war der Entwurf einer Handreichung für gemeinsames Forschen. Diese Handreichung soll beteiligten Mitforschenden, Studierenden und Lehrenden in Zukunft das nötige Handwerkszeug mitgeben, um erfolgreich ein kooperatives Projekt durchführen zu können. Die Beiratsmitglieder brachten vielfältige Impulse und Vorschläge mit ein, die nun in die weitere Entwicklung der Handreichung einfließen. Die Handreichung soll 2020 veröffentlicht und allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. 

 

Wer engagiert sich in der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen?

Ein gemeinsames Projekt von Studentinnen der EvH RWL und der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen hat seinen Abschluss gefunden. Die Ergebnisse wurden beim Lehrforschungstag des Masterstudiengangs Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung am 11. November 2019 vorgestellt. Dabei standen neben den Studentinnen auch drei Aktive der Selbstvertretung sowie Hündin Bella am Mikrofon der Aula. 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Das Projekt mit dem Titel „Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen“ war auf Anfrage der Selbstvertretung entstanden. Zu Beginn diskutierten die Studentinnen und Selbstvertreter_innen zunächst über mögliche Forschungsthemen. Aus vielen Vorschlägen entwickelten die Studentinnen dann die Forschungsfragen. Sie führten zwei Expertinneninterviews und eine standardisierte Befragung der Selbstvertreter_innen durch. Für diese Befragung wurde ein Fragebogen genutzt. In einer Feedbackschleife wurden die Zwischenergebnisse gemeinsam diskutiert.

 

Ergebnispräsentation

Den Abschluss bildete nun die gemeinsame Vorstellung der Ergebnisse, die allen Beteiligten sichtliche Freude bereitete. Die Selbstvertreter_innen anschaulich die Ziele und Aufgaben der Selbstvertretung und machten deutlich, was das Engagement für sie persönlich bedeutet. Prof. Dr. Benz, der das Projekt begleitete, überreichte am Ende allen Beteiligten ein Exemplar des Forschungsberichts und dankte ihnen für die Arbeit. Er hielt auch einen entscheidenden Unterschied zu anderen wissenschaftlichen Ergebnispräsentationen fest: Es wird anders gesprochen, wenn die Mitforschenden selbst mit im Publikum sitzen. Eine schöne Erinnerung an die Ideen partizipativer Forschung und an die Wertschätzung der Beteiligten!

 

Das Poster finden Sie hier auf der Webseite im Projektarchiv unter dem Namen „Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen“.

Im Sinne inklusiver Teilhabe war die Übernahme der Reise- und Unterkunftskosten der Selbstvertreterinnen und -vertreter sichergestellt.

Perspektiven zum Kölner Ebertplatz

Wie nehmen Anwohnerinnen und Anwohner den Ebertplatz wahr? Welche Wünsche haben sie für die Zukunft? Studierende der KatHO NRW, Abteilung Köln führen eine aktivierende Befragung durch.

Über die Herausforderungen und Probleme auf dem Kölner Ebertplatz wurde mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus berichtet. Während einer Phase der Zwischennutzung will die Stadt Köln seit 2018 Ideen für einen Wandel des Ebertplatzes von einem sozialen Brennpunk zu einem vielseitig nutzbaren und öffentlich wertgeschätztem Raum generieren. In diesem Prozess nimmt das Bürgerzentrum Alte Feuerwache eine koordinierende Rolle ein, um die Partizipation der Kölner Stadtgesellschaft zu fördern. Dabei steht die Alte Feuerwache vor der Herausforderung, möglichst viele Stimmen von Bürgerinnen und Bürgern und Nutzerinnen und Nutzern des Platzes einzuholen. Daher hat sich Birgit Breuer von der Alten Feuerwache an den Kölner Sozial-Wissenschaftsladen der KatHO Köln gewandt. Dieser hat die Anfrage an das M8-Seminar von Prof. Dr. Werner Schönig zu Sozialraumorientierung vermittelt. Die Studierenden haben nun zu Beginn des Wintersemesters eine aktivierende Befragung konzipiert und diese mit der Alten Feuerwache abgestimmt. Ende Oktober haben die Studierenden in Kleingruppen vor Supermärkten der angrenzenden Stadtviertel des Ebertplatzes die Umfrage durchgeführt und anschließend die Daten ausgewertet. Die Forschungsergebnisse werden im Dezember bei einem Austauschtreffen der Arbeitsgruppe Partizipation der Alten Feuerwache vorgestellt und diskutiert, um weitere Schlussfolgerungen für die Umgestaltung des Ebertplatzes zu ziehen.

Sozialpässe in NRW

Diskussion mit armutsbetroffenen Menschen beim Caritasverband

Teilhabe von Menschen in Armutslagen

„Wie verbreitet sind Sozialpässe in Nordrhein-Westfalen? Und welche Typen gibt es genau?“ In einer breit angelegten Recherche hat die Master-Studentin Anna Liza Arp Daten zu diesen Fragen erhoben. Ende Oktober hat sie nun die Ergebnisse im Caritasverband Köln vorgestellt und gemeinsam mit den „Experten in eigener Sache“, eine Selbstvertretung armutsbetroffener Menschen, besprochen. In ca. ein Drittel der nordrhein-westfälischen Kommunen gibt es einen Sozialpass, der Menschen in Armutslagen Ermäßigungen in verschiedenen Bereichen ermöglicht. Dabei gibt es Sozialpässe tendenziell häufiger in großen Städten als in ländlicheren Kommunen. Die „Experten in eigener Sache“ wollen daher eine flächendeckende Einführung von Sozialpässen fordern: Zusammen soll in den kommenden Monaten eine Broschüre zu diesem Thema erstellt werden.

Mit der Praxis ins Gespräch kommen

Ideenwerkstatt zu Herausforderungen und Innovationen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Gemeinsam mit Professorinnen und Professoren der Katholischen Hochschule, Abteilung Köln, konnten sich leitende Mitarbeitende der stationären Kinder- und Jugendhilfe über aktuelle Herausforderungen in ihrem Handlungsfeld austauschen.

Welche Herausforderungen werden aktuell in den stationären Hilfen zur Erziehung wahrgenommen? Wie können Praxiseinrichtung dabei durch Forschung und Wissenschaft unterstützt werden? Diesen Fragen konnten am 18. September leitende Mitarbeitende aus acht Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe gemeinsam mit Prof. Dr. Schmidt, Prof. Dr. Böhm und Prof. Dr. Windolph nachgehen. In der Diskussion wurden viele aktuelle Herausforderungen thematisiert, die vom Umgang mit „Systemsprengern“ bis zur Mitarbeitergewinnung und -bindung reichten. Die genannten Themen wurden vom Sozial-Wissenschaftsladen dokumentiert und werden nun an interessierte Studierende vermittelt. Inspiriert von der Ideenwerkstatt wird im nächsten Jahr im Masterstudiengang „Innovationsmanagement“ ein Lehrforschungsprojekt zum Thema „Umgang mit Systemsprenger“ beginnen. Um weiterhin einen Austausch auf Augenhöhen zwischen Forschung und Praxis zu ermöglichen, wird das Format 2020 fortgeführt.

Workshop des Sozial-Wissenschaftsladens beim zweiten Treffen von Menschen mit Armutserfahrung in NRW

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW hat am 18. Juli 2019 zum zweiten Mal Menschen eingeladen, die selbst unterschiedliche Formen von Armut erleben. Rund 60 Expertinnen und Experten in eigener Sache nahmen an dem Treffen unter dem Motto „Angst vor Teilhabe? Wir nicht! Mitwirken – mitmischen – mitmachen“ teil.

Die Veranstaltung beim Diözesancaritasverband für das Erzbistum Köln bot die Gelegenheit zur Vernetzung, Information und Organisation politischer Teilhabe. Am Nachmittag fand ein Dialog mit Gesprächspartnerinnen und -partnern u.a. aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung statt. Zum Thema Forschung veranstaltete der Sozial-Wissenschaftsladen eine Arbeitsgruppe. Gemeinsam wurde überlegt, welchen Beitrag die Wissenschaft leisten kann, um gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Armutserfahrung zu fördern. Diese Ideen werden nun an in die Hochschulen vermittelt. 

Studentischer Besuch des Wohnungslosentreffen 2019

Studierende der Evangelischen Hochschule Bochum besuchen im Rahmen eines partizipativen Lehrforschungsprojektes die Selbstvertretung beim jährlichen Wohnungslosentreffen 2019 in Herzogsägmühle.

Seit 2016 kommen kommen wohnungslose und ehemals wohnungslose Menschen jährlich zusammen, um sich als Expertinnen und Experten aus eigener Erfahrung unter der Bezeichnung "Selbstvertretung wohnungsloser Menschen" für "die Überwindung von Armut, Ausgrenzung, Missbrauch, Entrechtung und Wohnungslosigkeit" einzusetzen. Auf eigenen Wunsch werden sie aktuell von einem Lehrforschungsprojekt des Masterstudiengangs Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung von Studierenden begleitet, die nun auch zu dem 4. Wohnungslosentreffen in Herzogsägmühle eingeladen wurden. Hier stellten sie die vorläufigen Ergebnisse einer Gruppendiskussion und eines Experteninterviews zu den Chancen und Herausforderungen einer politischen Selbstvertretung wohnungsloser Menschen vor. Außerdem führten die Studierenden in Herzogsägmühle eine weitere, schriftliche Befragung durch. Diese soll den Selbstvertretern und Selbstvertreterinnen Aufschluss darüber geben, welche Personengruppen auf dem Treffen vertreten sind und ob es ggf. Gruppen gibt, die bisher noch nicht erreicht werden konnten.

Abschluss des ersten Lehrforschungsprojekts BASA M 10 Jugendberufshilfe (KatHO)

Auf Anfrage von In Via Köln e.V. boten Prof. Dr. Werner Schönig und Katharina Lutz, Mitarbeiterin des Sozial-Wissenschaftsladens, im Sommersemester 2019 das Lehrforschungsprojekt „Jugendberufshilfe – Fokus Inklusion/ Menschen mit Lernschwierigkeiten“ an.

Studierende des vierten Bachelor-Semesters setzten sich wissenschaftlich mit dem Ausbildungsgang „Fachpraktiker/in – Service in sozialen Einrichtungen“ auseinander. Hier absolvieren Jugendliche mit Lernschwierigkeiten eine Ausbildung in einer sozialen Einrichtung (z.B. Krankenhaus, Seniorenheim, Psychiatrie), die sie für eine spätere Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt qualifiziert. Die KatHO-Studierenden gingen folgenden Forschungsfragen nach: Welche Akteure unterstützen die Jugendlichen in ihrer Ausbildung besonders? Welche Beziehungs- und Bindungsmuster liegen vor? Welche Chancen und Probleme ergeben sich daraus? Am 03.07.2019 stellten die Studierenden des Seminars den Vertreterinnen und Vertretern von In Via, der Fachbereichsleitung Roderich Dörner und den zwei „Jobcoaches“ die Forschungsergebnisse vor.

Science Shop Summer School auf Zypern

Anfang Juli 2019 fand auf Zypern die europäische SciShops Summer School statt, die die Vernetzung von Wissenschaftsläden bzw. Science Shops in Europa zum Ziel hat. Der Sozial-Wissenschaftsladen war auch dabei.

Anna Liza Arp, wissenschaftliche Hilfskraft im Sozial-Wissenschaftsladen, nahm an dem Austausch mit 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 15 Ländern teil. Neben dem Sozial-Wissenschaftsladen vertraten das Wuppertal Institut, die Universität Hohenheim und das Handelsblatt Research Institut die deutsche Science-Shop-Community. Während des viertägigen Programms stand die Vermittlung methodischer Kompetenzen im Zentrum, um die praktischen Herausforderungen im Alltag von Wissenschaftsläden souverän bearbeiten zu können. Dazu gehören u.a. eine hilfreiche Moderation zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie Wissenschaft und eine gezielte Evaluation der Wirkung der Projektarbeit. Der Sozial-Wissenschaftsladen wird die Erkenntnisse aus dem internationalen Austausch in die weitere Projektarbeit einfließen lassen.

Bachelor-Thesis zu „Virtual Reality Brillen“ mit dem Thesispreis des Fachbereichs Sozialwesen ausgezeichnet

Auf Anfrage des Bereichs Altenhilfe des Diözesan-Caritasverbands für das Erzbistum Köln untersuchte die Absolventin des Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit“ den Einsatz von Virtual Reality Brillen in der Seniorinnen- und Seniorenarbeit. Sie wurde nun für ihre Pionierarbeit mit dem Thesispreis des Fachbereichs Sozialwesen der KatHO NRW, Abteilung Köln ausgezeichnet.

Auf Anfrage des Bereichs Altenhilfe des Diözesan-Caritasverbands für das Erzbistum Köln entwickelte Milena Feldmann, nun Absolventin des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit, ihre Studienabschlussarbeit. In ihrer Bachelor-Thesis untersuchte Frau Feldmann den Einsatz von Virtual Reality Technologie in der Seniorinnen- und Seniorenarbeit. Sie nahm an einem Pilotprojekt in einem Düsseldorfer Seniorenheim teil, bei dem ausgewählte Bewohnerinnen und Bewohner erste Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln konnte. Anschließend identifizierte sie in einer Gruppendiskussion mit Fachkräften der stationären Senioreneinrichtung Chancen und Risiken der Nutzung aus Sicht der Sozialen Arbeit. Darüber hinaus recherchierte sie Best-Practice-Beispiele in Einrichtungen in Deutschland und den USA. Unter Berücksichtigung von Theorien aus dem Bereich der digitalen Sozialen Arbeit, der Geragogik und der Medienethik und -didaktik entwickelte sie als Endprodukt einen Kriterienkatalog für die Nutzung der Virtual Reality Technologie im Seniorinnen- und Seniorenbereich.

Frau Professorin Julia Steinfort-Diedenhofen übernahm die fachliche Betreuung der Arbeit. Sie gratulierte Frau Feldmann bereits Mitte Juli zur erfolgreichen Bachelor-Thesis. Der Sozial-Wissenschaftsladen setzt sich nun für einen gelingenden Ergebnistransfer der Arbeit ein. Für die erfolgreiche Bachelor-Thesis wurde Milena Feldmann nun mit dem Thesis-Preis des Fachbereichs Sozialwesen der KatHO Köln ausgezeichnet.

Der Sozial-Wissenschaftsladen präsentiert sich dem Internationalen Science Shop Netzwerk

„Living Knowledge“ bzw. zu Deutsch „Lebendiges Wissen“ ist der Titel des internationalen Science Shop Netzwerk. Dieses besteht aus Wissenschaftsläden, ähnlichen Organisationen sowie Personen, die sich dafür einsetzen, dass sich die Zivilgesellschaft in Forschungs- und Innovationsprozessen einbringt. Das Netzwerk veröffentlicht in regelmäßigen Abständen einen Newsletter. In der Ausgabe von Mai 2019 (Vol. 62) stellt sich der Sozial-Wissenschaftsladen bei Living Knowledge der Öffentlichkeit vor.

Erstes Beiratstreffen des Sozial-Wissenschaftsladens

Beiräte haben eine wichtige beratende Funktion. Sie bringen ihre unabhängige Meinung ein und geben Empfehlungen für die weitere Arbeit eines Projektes ab. Der Sozial-Wissenschaftsladen hat deshalb einen eigenen Beirat berufen.

Am 25. Januar 2019 fand das erste Treffen des Beirats des Sozial-Wissenschaftsladens statt.  Zu den Mitgliedern des Beirats gehören Vertreterinnen und Vertreter von kirchlichen Wohlfahrtsverbänden, kommunalen Behörden, Forschungsinstituten sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen. Zusätzlich bringt ein Vertreter des Wissenschaftsladen Bonn seine Expertise ein. Bei dem Austausch mit dem Projektteam wurde schwerpunktmäßig die Konzeption des Sozial-Wissenschaftsladens mit seinen Angeboten für Hochschule, Praxis der sozialen Arbeit und Zivilgesellschaft diskutiert. Der Beirat wird den Sozial-Wissenschaftsladen künftig bei der Akquise von Forschungsanfragen sowie bei der Verbreitung der Forschungsergebnisse unterstützen.