Hybridtagung
Pflege und Seelsorge: zwei Perspektiven, ein Anliegen?!
05. November 2021 - 06. November 2021 Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Paderborn
Eike Breustedt
Innovation-Lab Paderborn
05251/1225-132
Marion Riese
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Paderborn
05251/1225 -121

Pflege und Seelsorge: zwei Perspektiven, ein Anliegen?!

Hybridtagung,
in der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, Leostraße 19, 33098 Paderborn,
und als Livestream

Allzu lange und allzu oft wurden und werden „Pflege“ und „Seelsorge“ im Gesundheitssystem als zwei verschiedene Welten betrachtet. Doch, wo der Mensch im Mittelpunkt steht, zeigt sich schnell: Die Sorge um die Seele gehört untrennbar zu einer kompetenten Pflege und ebenso ist die Pflege Teil einer umfassenden Seelsorge. Ein gelingendes Miteinander von Pflege und Seelsorge – das hat nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt – erfordert die Bereitschaft zum Perspektivwechsel und den Mut für gemeinsame, innovative Handlungsansätze. Die für eine angestrebte Kooperation wesentlichen Chancen, Risiken und Nebenwirkungen sollen auf der Fachtagung im multiprofessionellen und interdisziplinären Austausch reflektiert und hinsichtlich der strukturellen Folgen diskutiert werden.

Eingeladen zu dieser Fachtagung sind ...

Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist - entsprechend der zum Tagungszeitpunkt aktuellen Pandemie-Regelungen - sowohl in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, als auch virtuell via Livestream möglich.

Anmeldungen

Sie haben bis zum 30.9.2021 Gelegenheit, sich hier anzumelden.

Tagungsprogramm

Freitag, 05.11.2021

14:00 UhrTagungseröffnung u.a. mit einem Grußwort von Bischof Dr. Franz-Josef Bode
14:30 UhrEröffnungsvortrag „Pflege und Seelsorge – woher kommen wir, wohin wollen wir?“
Prof. Dr. Rainer Krockauer
15:00 UhrRückfragen und Diskussion
15:15 UhrPause
15:30 UhrStatements zum Verhältnis von Pflege und Seelsorge sowie seelsorge- und pflegewissenschaftliche Resonanzen und Perspektiven
u.a. mit Prof. Dr. Katharina Karl und Prof. Dr. Michael Isfort
16:30 UhrRückfragen und Diskussion
17:00 UhrPause
17:15 UhrStatements zum Verhältnis von Pflege und Seelsorge sowie institutionelle Resonanzen und Perspektiven
u.a. mit Msgr. Dr. Michael Bredeck, Dr. Astrid Giebel, Josef Lüttig, Christoph Robrecht, Dr. Georg Schiffner
18:00 UhrPause
19:30 UhrAbendprogramm mit Kultur und Gelegenheit zum Austausch

 

Samstag, 06.11.2021

09:30 UhrAnknüpfen an den Vortag – Ausblick auf den zweiten Tagungstag
09:45 UhrPraxisräume zu Möglichkeiten im Miteinander von „Pflege“ und „Seelsorge“
(Runde 1)
10:30 UhrPause
10:45 UhrPraxisräume zu Möglichkeiten im Miteinander von „Pflege“ und „Seelsorge“
(Runde 2)
11:30 UhrPause
11:45 UhrPflege- und seelsorgewissenschaftliche Resonanzen und Perspektiven
Prof. Dr. Daniela Händler-Schuster / Prof. Dr. Michael Fischer
12:45 UhrTagungsbilanz und Verabschiedung
Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor der gastgebenden katho
13:30 UhrTagungsende


Folgende Praxisräume erwarten Sie:

  1. Seelsorge und Pflege in ambulanten Diensten und mit lokalen Bezügen
  2. Ganzheitliche Begleitung Schwerstkranker und Sterbender im Hospizdienst und im Krankenhaus
  3. „Herzenszeit“ – seelsorgliche Angebote in Kooperation von Pflegekräften und Pastoralteam
  4. Macht die Pflege jetzt auch noch Seelsorge? Modelle zur Qualifizierung für die Praxis
  5. Ethik: ein notwendiges Anliegen in der Pflege und für die Seelsorge?!
  6. Engagiert im Glauben. Klinik-Patient_innen qualifiziert, ehrenamtlich, seelsorglich begleiten am Beispiel des Projektes „Seelsorgliche Patientenbegleitung - Ehrenamtliche in der Klinikseelsorge“
  7. Glauben leben. Menschen begleiten. Das Modell der Seelsorglichen Begleitung in Einrichtungen der stationären Hilfe

1: Seelsorge und Pflege in ambulanten Diensten und mit lokalen Bezügen
Sr. M. Katharina Böhm, Angela Glaser und Jutta Schlinkmann-Weber; Moderation: Eike Breustedt

Wie lassen sich Seelsorge und Pflege im ambulanten Dienst vereinen? Wie lassen sich die Gemeinde und die lokale Verwurzelung in die Begleitung von Menschen integrieren? Wie können pflegebedürftige Gemeindemitglieder ganzheitlich begleitet werden? Kann das Konzept der Gemeindeschwester ein Ansatz für eine neue Wahrnehmung der Aufgaben in Pflege und Seelsorge sein?

In diesem Workshop werden zwei Pilotprojekte vorgestellt: Seelsorgliche Begleitung im Sozialpastoralen Raum Arnsberg und Vis-a-vis (Christlicher Dienst an Kranken und Gesunden - Parish/Faith Community Nursing Germany) aus Dudenhofen. Praktiker_innen, die sowohl in der Pflege, als auch in der seelsorglichen Begleitung aktiv sind, zeigen Wege und Konzepte der Verbindung beider Disziplinen auf.

2: Ganzheitliche Begleitung Schwerstkranker und Sterbender im Hospizdienst und im Krankenhaus
Brigitte Badke, Ulrike Heinzen und Jean Pascal Jacky; Moderation: Christoph Robrecht

Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen menschliche Nähe, medizinische Behandlung und Pflege, oftmals auch seelsorgliche Begleitung. Professionell Pflegende und ehrenamtlich Begleitende machen in Krankenhäusern und in ambulanten Hospizdiensten immer wieder die Erfahrung, dass seelische und körperliche Bedürfnisse nicht zu trennen sind. Sie fühlen sich nicht selten in unterschiedlichen Rollen angefragt. Wie können Pflegende und Begleitende damit umgehen, wenn gleichzeitig seelische, spirituelle und pflegerische Bedürfnisse deutlich werden?

In dem Workshop schildern erfahrene Mitarbeiter_innen aus dem Hospizdienst und dem Krankenhaus ihre Erfahrungen und laden zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch ein. Im Kern geht es dabei um die Frage: wie kann ein gutes Zusammenspiel unterschiedlicher Professionen sowie Haupt- und Ehrenamtlicher im Sinne einer ganzheitlichen Sorge gelingen?

3: „Herzenszeit“ – seelsorgliche Angebote in Kooperation von Pflegekräften und Pastoralteam
Karsten Hentschel und Melanie Struck; Moderation: Marion Riese

Wie können wir Menschen begegnen und begleiten, deren Erreichbarkeit eine Herausforderung darstellt? Wie ihnen den Zugang zu seelsorglichen Angeboten erleichtern?

Der Workshop vermittelt einen Einblick in die Entwicklung und Installation einer neuartigen, niedrigschwelligen und bedarfsorientierten seelsorglichen Anlauf- und Vermittlungsstelle für Menschen mit Versorgungsbedarf, der eine innovative Kooperation zwischen Ortscaritasverband, Dekanat sowie Stadt Paderborn zugrunde liegt. Neben Erfahrungsberichten aus der Praxis können auch Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Angebots thematisiert und diskutiert werden.

4: Macht die Pflege jetzt auch noch Seelsorge? Modelle zur Qualifizierung für die Praxis
Dr. Brigitte Saviano; Moderation: Bruno Schrage

Natürlich möchten wir sensibel und kompetent auf die religiösen Bedürfnisse der Bewohner_innen eingehen. Zugleich sind Pflegende und soziale Dienste nicht auch noch Seelsorger_innen. Den spirituellen Bedürfnissen und dem christlichen Glauben in der beruflichen Praxis eine fachlich angemessene Bedeutung zu geben, gehört zu einer christlich geprägten Pflege und Begleitung.

Der Workshop stellt mögliche Bildungsmodelle und didaktische Ansätze vor, um im Zusammenspiel mit allen Diensten einer Einrichtung den religiösen Bedürfnissen der Bewohner_innen, Gäste, Zu- und Angehörigen besser gerecht zu werden.

5: Ethik: ein notwendiges Anliegen in der Pflege und für die Seelsorge?!
Lindtraut Belthle-Drury, Edna Künne und Daniel Robbert; Moderation: Peter Bromkamp

Wie kann es gelingen, ethische Reflexion und Ethik-Beratung in der stationären und ambulanten Pflege zu etablieren? Welche Kooperationen im Quartier sind dazu denkbar und wünschenswert? In welchem Verhältnis stehen Ethik und Seelsorge zueinander? Welche speziellen Aspekte bringen Ethik und Seelsorge ein in den Diskurs über Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der Pflege?

Mögliche Ansätze, Wege und Erfahrungen (u.a. Etablierung eines/einer Ethik-Beauftragten im pflegerisch-seelsorglichen Kontext, Kooperationen von Ethik und Seelsorge) werden vorgestellt und diskutiert.

6: Engagiert im Glauben.Klinik-Patient_innen qualifiziert, ehrenamtlich, seelsorglich begleiten am Beispiel des Projektes „Seelsorgliche Patientenbegleitung - Ehrenamtliche in der Klinikseelsorge
Gaby Kniesburges; Moderation: Andrea Jansen

Seelsorge in Kliniken kann in vielen Situationen für Patient_innen wertvolle Begleitung bedeuten. Die wenigen hauptberuflichen Klinikseelsorgenden mit ihrer Vielzahl an Verantwortungsbereichen stoßen dabei teils an ihre Grenzen. Kann das Ehrenamt da unterstützen? Ja! -  Wer sich hier qualifiziert und engagiert, bedeutet eine Weitung des seelsorglichen Angebotes für die Patient_innen.

Wer engagiert sich und was braucht es dazu? Wo liegen die Hürden? Es gibt erste Erfahrungen durch das Projekt „Seelsorgliche Patientenbegleitung - Ehrenamtliche in der Klinikseelsorge“ im Erzbistum Paderborn, die im Rahmen des Workshops vorgestellt und diskutiert werden sollen.

7: Glauben leben. Menschen begleiten. Das Modell der Seelsorglichen Begleitung in Einrichtungen der stationären Hilfe
Pia Biehl, Susanne Brüggemann, Henner Pohlschmidt und Gregor Wittek; Moderation: Ralf Nolte

Das Modell Seelsorglicher Begleiter in stationären Einrichtungen ist ein mittlerweile erprobter Ansatz in verschiedenen Diözesen Deutschlands. Insbesondere in den Erzbistümern Köln und Paderborn werden seit etwa einem Jahrzehnt Mitarbeitende aus Altenhilfeeinrichtungen qualifiziert und für den seelsorglichen Dienst beauftragt. Im Dokument „Bleibt hier und wacht mit mir“ wertschätzen die deutschen Bischöfe die Vielfalt seelsorglicher Dienste, die zugleich ein wichtiges Kriterium für die künftige Pastoral darstellen können. Erfahrene Seelsorgliche Begleitungen werden uns von den Modellen und den praktischen Erfahrungen in den Einrichtungen berichten. Wie gestaltet sich die Tätigkeit vor Ort? Wie gelingt das Zusammenspiel von Pflege, Sozialdienst und Seelsorge? Wo liegen die Herausforderungen und Chancen dieses Dienstes? Darüber hinaus diskutieren wir die pastoraltheologische Relevanz und den Gewinn für eine künftige Sozialgestalt der Kirche von morgen.

Organisatorisches

Die Fachtagung wird - entsprechend der zum Tagungszeitpunkt aktuellen Pandemie-Regelungen - in Paderborn in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschule ausgerichtet und zugleich via Livestream ins Internet übertragen.

Eine Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos.

Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie spätestens im Oktober eine entsprechende Bestätigung mit Informationen zu Rahmenbedingungen bei einer rein digitalen Teilnahme als auch zu Möglichkeiten, in Paderborn an der Veranstaltung teilzunehmen.

Bei Wunsch nach einer Teilnahme vor Ort können Sie bei Bedarf eigenverantwortlich eine Hotelzimmerbuchung vornehmen. Entsprechende Kontingente sind bis zum 30.09.2021 für Tagungsteilnehmer_innen reserviert. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

Organisation der Hybridtagung:

Pilotprojekt „Versorgungsbrücken statt Versorgungslücken – Potentiale und Limitierungen einer ambulante und stationäre Sektoren verbindenden Begleitung und Seelsorge“ und Innovation-Lab Paderborn der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen im Transfernetzwerk Soziale Innovation – s_inn.

In Zusammenarbeit mit:

Kontakt

Eike Breustedt
Innovation-Lab Paderborn
Marion Riese
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Paderborn
05251/1225 -121