Themenreihe „Exklusion und Inklusion – früher und heute“

Wir, das Institut für Teilhabeforschung der KatHO NRW und das Innovation-Lab Münster, haben das 10-jährige Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland im Jahre 2019 zum Anlass genommen, die Themenreihe „Exklusion und Inklusion – früher und heute“ ins Leben zu rufen. Mit dieser Themenreihe wollen wir einen Blick darauf werfen, wie es sich aktuell mit der Inklusion in der Gesellschaft verhält. Außerdem möchten wir der Frage auf den Grund gehen, warum wir uns mit Inklusion oft noch so schwertun.

Die Themenreihe richtet sich an interessierte Bürger_innen, Selbsthilfevertreter_innen, Fachleute, Studierende und Mitarbeitende der Hochschulen in Münster.

Die Themenreihe

An aufeinanderfolgenden Themenabenden wollen wir gemeinsam mit verschiedenen Akteur_innen für folgende Fragen sensibilisieren:

Nach dem Motto: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“ (August Bebel) wollen wir in die Vergangenheit blicken und daraus lernen.

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)

Mit der Ratifizierung der UN-BRK hat sich Deutschland verpflichtet, die Menschenrechte für Menschen mit Behinderung zu gewährleisten. Das Leitbild der UN-BRK ist Inklusion. Das heißt, jeder Mensch hat ein Recht darauf, gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein. Es geht nicht darum, Ausgegrenzte zu integrieren, sondern allen Menschen von vornherein die Teilnahme an allen gesellschaftlichen Aktivitäten auf allen Ebenen und in vollem Umfang zu ermöglichen. Nicht die Menschen mit Behinderung müssen sich anpassen, sondern die Gesellschaft muss für Barrierefreiheit sorgen – auch in den Köpfen der Menschen.

Die Reihe startete mit dem ersten Themenabend am 4. Dezember 2019 mit dem Vortrag von Dr. Götz Aly „Die Belasteten – Deutungsmuster von Behinderung in den Jahren 1938-1945“. Aly arbeitete in seinem Vortrag die Puzzleteile heraus, die zu den tausendfachen Euthanasiemorden zwischen 1939 und 1945 führen konnten.

Der zweite Themenabend fand am 22. Januar 2020 statt. Zu Gast waren Dr. Nils Löffelbein, Britta Möwes M.A. und Dr. Uwe Kaminsky. Sie referierten und diskutierten mit dem Publikum zum Thema „Die Unterbringung von Menschen mit Behinderung in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie in den 1950er bis 1970er Jahren“.

Der dritte Themenabend ist für den Herbst 2020 geplant. Es  wird um die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung der 1980er Jahre und den Weg hin zur UN-BRK gehen.

Weitere Abende sind vorgesehen, in denen Inklusionsbemühungen der Gegenwart in unterschiedlichen Lebensbereichen wie z. B. Wohnen, Bildung oder Arbeit aus verschiedenen Perspektiven als Beispiele guter Praxis vorgestellt und diskutiert werden.

Die Akteure

Die Themenreihe wird von folgenden Institutionen durchgeführt:  

Unterstützt wird die Themenreihe vom Verein MÜNSTER INKLUSIV DENKEN e.V. (www.muenster.inklusivdenken.de).