Pflegeverantwortung teilen – zum Wohl versorgungsbedürftiger Menschen im Alter und ihrer Angehöriger
02. Oktober 2019
Marion Riese
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
05251/1225 -121
Johannes Mertens
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
0241/60003-8010

Wie können wir uns der Herausforderung stellen, alte Frauen und Männer so zu unterstützen, dass sie trotz Einschränkungen und Beschwerden ihren Alltag meistern können? Dieser im Zug des demografischen Wandels immer dringlicheren Frage gingen in Paderborn am 02.10.2019 auf Einladung des Transferprojekts „Versorgungsbrücken statt Versorgungslücken - Potenziale und Limitierungen einer ambulante und stationäre Sektoren verbindenden Begleitung und Seelsorge“ rund 50 Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer nach.

Die Teilnehmenden repräsentierten Initiativen zur Pflegeberatung, die Gruppen der Pflegekräfte, Stationsleitungen und Pflegedirektionen, Ärztinnen und Ärzte und deren Kassenärztliche Vereinigung sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger. Vertreten waren weiterhin das Sozialamt und der Sozialdienst in Stadt und Kreis Paderborn genauso wie Caritaskonferenzen und der Caritasverband, ehrenamtlich Engagierte sowie Angehörige von versorgungsbedürftigen alten Menschen. Last but not least wirkten interessierte Kolleginnen und Kollegen der KatHO mit.

Dank dieses breiten Spektrums von Professionen, Sichtweisen und Erfahrungen wurde schnell deutlich: Trotz bestehender lokaler und überregionaler Netzwerke braucht es weitere Austauschfor(m)en beispielsweise für ein optimiertes Entlassmanagement. Angeregt wurden auch Informationsmappen, Hotlines oder Apps, um älteren und alten Menschen sowie ihren Angehörigen das existierende Unterstützungsangebot besser bekannt zu machen. Und die professionellen Akteurinnen und Akteure selbst sollten voneinander und den jeweiligen Aktivitäten besser wissen, um Kooperationen und Synergien zu erzielen. Grundlage dieser Überlegungen waren nicht nur die intensiven Diskussionen während des gekonnt von Eike Breustedt, der Forschungsreferentin im Innovation-Lab Paderborn, moderierten Workshops, sondern auch die Erträge aus zahlreichen im Vorfeld von den Projektteammitarbeiterinnen Marion Riese und Katharina Brüseke geführten und ausgewerteten Interviews in Stadt und Kreis Paderborn.

Diese und weitere Ideen wird das Transferprojekt jetzt aufgreifen und im kooperativen Miteinander aller Beteiligten weiterverfolgen. Wie schon beim Workshop selbst, wo eine 94-jährige Pflegeheimbewohnerin ihre Lebenssituation in einem eingespielten Video anschaulich schilderte, wird dabei ein teilhabeorientierter und partizipativer Ansatz verfolgt. „Sorge“, das ist allen Mitwirkenden klar, hat viele verschiedene Facetten und braucht einen umfassenden Ansatz. Deshalb werden im weiteren Projektverlauf beispielsweise Datenschutzfragen, die Gewinnung und Begleitung von Ehrenamtlichen, Lotsen an der Schnittstelle zwischen stationären und ambulanten Diensten oder ein der Pluralität der Betroffenen gemäßes Seelsorgekonzept diskutiert werden. Schritt für Schritt kann so auf soziale Innovationen hingearbeitet werden, von denen versorgungsbedürftige Menschen im Alter und ihr Umfeld spürbar profitieren sollen.

Zum Pilotprojekt Versorgungsbrücken

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