S_inn meets RWTH Aachen
06. Januar 2020
Tristan Steinberger
Innovation-Lab Köln

Der interdisziplinäre Transferworkshop zum Umgang mit Störungen ging in die zweite Runde

Ausgehend von einer Idee beim ersten KölnerSozialKonvent fand die erste Kooperation zwischen dem Innovation-Lab Köln und dem Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen im Frühjahr 2019 statt. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Umgang mit Störungen und deviantem Verhalten in Unterrichtssituationen verlief in der ersten Testphase so erfolgreich, dass der Termin für die Wiederholung des Formates im Jahr 2020 schnell gefunden war.

Die Fragestellung, wie die Studierenden auf schwierige Situationen und Störungen bestmöglich vorbereitet werden können, stand bei der Entwicklung des Veranstaltungskonzeptes klar im Vordergrund. Schnell war klar, dass man den Umgang nur schwer theoretisch erproben kann: Tristan Steinberger (Innovation-Lab Köln) entwickelte gemeinsam mit Christian Masrourchehr (Oberstudienrat im Schul-und Hochschuldienst) und Herrn Prof. Dr. Meyer (Universitätsprofessor der RWTH Aachen) ein Simulationsformat mit anschließender Videografie. Die Studierenden der RWTH Aachen bekamen somit die Möglichkeit ihren Umgang mit Störungen in simulierten Unterrichtseinheiten in einem geschützten Raum zu erproben und ihr eigenes Auftreten anschließend gemeinsam mit den anderen Studierenden im Video zu analysieren.

Getreu dem Motto „keine Praxis ohne Theorie“ begann der Workshop mit einer kurzen Einführung in Reflexionsprozessen im Hinblick auf die Professionalisierung des eigenen Handelns.

 

Die Verbesserung der eigenen Handlungskontrolle in häufig stressigen Situationen muss eingeübt und trainiert werden. Eine Reflexion des eigenen Handels ist dabei unabdingbar.

Die Studierenden, welche kurz vor dem Praxissemester stehen, stiegen schnell in die inhaltliche Gestaltung mit ein und meisterten in vier kurzen Rollenspielen zu jeweils zwei Fallbeispielen die hierzu konzipierten Unterrichtstörungen. Die unmittelbar darauffolgende Reflexion wurde von allen Teilnehmenden gemeinsam genutzt, um möglichst viele Handlungsvarianten zu diskutieren und somit den eigenen „Handwerkskoffer“ stetig zu füllen.

Allerdings lag der Fokus nicht nur auf dem Verhalten als Lehrkraft, sondern auch auf die Perspektive „des Störenden“ und den pädagogisch sinnvollen und adressatenorientierten Umgang hiermit. Tristan Steinberger brachte hier die Perspektive der Sozialpädagogik mit ein, so dass die Studierenden immer wieder einen Perspektivwechsel durchleben konnten. Zum Abschluss des Workshops stellte Christian Masrourchehr und Tristan Steinberger noch Weiterbildungsangebote ihrer jeweiligen Hochschulen vor: Somit waren die Teilnehmenden optimal auf das noch kommende Praxissemester vorbereitet.

Beim abschließenden Reflexionsgespräch zwischen den drei Organisatoren war schnell klar, dass es 2021 die dritte Auflag von S_inn meets RWTH Aachen geben wird. Des Weiteren freuen wir uns sehr darauf, Herrn Masrourchehr bei der diesjährigen Spring Academy begrüßen zu dürfen, wo er in Kooperation mit dem Innovation-Lab Köln den Studierenden der KatHO ein ganztägiges Präsentationstraining anbieten wird.