„Versorgungsbrücken statt Versorgungslücken“
Spiritualität in der palliativen Sorge
22. Januar 2020
Johannes Mertens
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Aachen
0241/60003-8010

Ein verheißungsvoller Auftakt beim ersten Keyholder-Treffen! Es lohnt sich dem Thema „Spiritualität in der Palliativversorgung“ weiten Raum zu geben.

Am 22.01.2020 trafen sich die „Schlüsselpersonen“ der im Projekt „Versorgungsbrücken statt Versorgungslücken“ teilnehmenden Einrichtungen zum sogenannten (ersten) „Keyholder-Workshop“ an der Katholischen Hochschule, um gemeinsam die bisherigen Entwicklungen und Erkenntnisse zu reflektieren sowie sich über weitere Prozessschritte auszutauschen.

Zweifacher Fokus

Die individuellen Teilprojekte in den beteiligten Einrichtungen orientieren sich am internationalen, multi- und transdisziplinären Spiritual & Palliative Care Diskurs und spiegeln eine dementsprechende inhaltliche Spannbreite wider.  Allen gemein ist der zweifache und wechselseitig verwobene Blick auf die Fragen:

Brennende Fragen

Sowohl im internationalen Spiritual Care Diskurs wie auch in den Teilprojekten werden Caregivers wie Care Receivers gleichermaßen angesprochen. Erfahrungen des Leids sowie aber auch der Hoffnung bringen Betroffene, als auch Sorgetätige zu neuen Perspektiven auf sich selbst und ihre Umwelt. Im Umgang mit existenziellen Erkrankungen und Grenzsituationen erleben viele Betroffene eine sukzessive Intensivierung ihrer persönlich relevanten Wert- und Glaubensvorstellungen. Dies öffnet häufig einen Zugang für spirituelle Erfahrungen, Begleitungen und Praktiken, deren hohe Wirksamkeit als Ressource in der Bewältigung von palliativen Krankheitsprozessen in zahlreichen Studien der Spiritual und Palliative Care Forschung belegt sind. Bereits in der frühen Phase der Teilprojekte zeigt sich, wie sich in der palliativen Sorge brennende Fragen beispielsweise nach persönlichen Haltungen, nach der Bewältigung ethischer Dilemmata in Gruppenprozessen oder auch Fragen nach dem religiösen Profil von Organisationen regelrecht aufdrängen.

Im offenen Raum

Gut sorgende Organisationen beschreibt die Sorgephilosophin Joan Tronto als Institutionen, die die Bedürfnisse aller Mitglieder (Caregivers sowie Care Receivers) kennen und würdevoll beachten. Die beziehungsorientierten Zugänge in den Teilprojekten ermöglichen vertrauensvolle und gleichermaßen intensive Reflexionsräume innerhalb der Organisationen. Die Verantwortlichen haben sich selbst, ihre Mitarbeiter_innen und auch ihre Einrichtung dabei in einen offenen Raum eingeladen. Zum Thema wurde dabei sehr schnell:

Die Transferinitiative Aachen, bestehend aus KatHO NRW, Abt. Aachen (Leitung Prof. Dr. Rainer Krockauer) und dem Caritasverband für das Bistum Aachen (Leitung Prof. Dr. Andreas Wittrahm), kooperiert mit sieben Organisationen aus den Handlungsfeldern der ambulanten, (teil) stationären Altenhilfe, hospizlichen Sorgearbeit sowie der Eingliederungshilfe im Raum Aachen, Krefeld und Mönchengladbach. In einem partizipativen Trialog des Transferlernens zwischen Betroffenen, Praxis und Theorie werden einrichtungsinterne Teilprojekte durchgeführt. Der Schwerpunkt in den jeweiligen Projekten liegt im Bereich von Organisations-, Personal- und Konzeptentwicklung, welche im Blick auf Spiritual Care wissenschaftlich begleitet sowie mit- und untereinander vernetzt werden.

Johannes Mertens
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Aachen
0241/60003-8010