Was wäre, wenn...?
WissensNacht Ruhr 2018
28. September 2018
Jens Koller
Innovation-Lab Bochum
0234/36901-457

Wer sich für Wissenschaft und Forschung interessiert, ist an diesem Nachmittag und Abend bei der WissensNacht Ruhr in Bochum genau richtig gewesen!

Heilpädagogische Ambulanz, Innovative Hochschule, Quartiersentwicklung oder Gemeindepädagogik und Diakonie: Mit spannenden Programmpunkten präsentierte sich die EvH RWL am 28. September auf der WissensNacht Ruhr 2018 im Bochumer BlueSquare. 

"Ob es uns gefällt oder nicht: Das Leben fordert Transformationen", ist EvH-Prof. Dr. Bernd Beuscher, Lehrender für Praktische Theologie, überzeugt. "Heute wird die ganze Welt digital transformiert." Dabei werde versprochen, dass sich das Leben mit Alexa, Siri & Co. leichter gestalte. "Es heißt, man müsse sich immer neu erfinden. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert," so Beuscher. Vielleicht sei es daher besser, sich mit den Veränderungen anzufreunden. Unter dem Motto "Mausi, Hasi, Bärchen & Co." gab er den Besucher*innen der WissensNacht dazu Gelegenheit. Mit Hilfe eines Morphing-Programms half er Ihnen, Transformation sinnlich-humorvoll zu inszenieren. Dazu ließen sie ein Porträtfoto von sich machen, wählten aus einem Angebot von Tieren eines aus und bestimmten den Anteil des Tieres an ihrer Persönlichkeit (etwa: "Ich bin zu 25 Prozent ein Tiger"). Eben dieser Anteil wurde dann im Bild gezeigt.

"Wenn ich Du wäre..."

Beim Stand der "Innovativen Hochschule" ging es vor allem um die Vielfalt von Perspektiven: Das neue Transfernetzwerk der Evangelischen Hochschule lud dazu ein, für kurze Zeit eine andere Identität anzunehmen und die soziale Welt mit fremden Augen zu betrachten. So schlüpften Besucher- und Besucher_innen mit Hilfe von Personen-Karten - etwa: "Anne, 58 Jahre, seit einigen Jahren ohne festen Wohnsitz" - in ungewohnte Perspektiven.

"Wichtige Herausforderungen wie die Integration von Geflüchteten oder die Inklusion von Menschen mit Behinderung nehmen wir meist nur aus unserer eigenen - gewohnten - Sicht wahr", erläuterte Forschungsreferent Jens Koller dazu. "Bei uns bekommen Sie heute die Möglichkeit, den gewohnten Standpunkt zu verschieben."

Was wäre wichtig, wenn man nicht gehen könnte? Kein Deutsch spräche? Arm oder auch reich wäre? Frau oder Mann? Jung oder alt? Um sich da besser hinein zu versetzen und Bedürfnisse zu formulieren, nutzten Besucher_innen entweder vorgefertigte Kärtchen oder schrieben selbst welche, um sie an einen Lebensbaum zu hängen. Ob Sinn/Verwirklichung, Vertrauen, Wohlwollen/Fürsorge oder Struktur/Ordnung: Wer wollte, konnte die Kärtchen dem jeweiligen Personen-Ast zuordnen. Bei Anne, 58, landeten etwa Kärtchen wie: Geld/Zuhause oder auch niederschwellige Beratung/unbürokratische Hilfe.

Jens Koller
Innovation-Lab Bochum
0234/36901-457